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Baumstumpf von Hand entfernen: Werkzeuge und Tipps

Hier ein kleiner Erfahrungsbericht, wie wir bei uns im Garten Baumstümpfe entfernt haben. Wir wollten nicht extra eine Firma beauftragen und mit schwerem Gerät wie Bagger oder Traktor kommen wir nur schwer vor Ort. Daher hieß es: Blut, Schweiß und Säbelsäge!

Spaten, Schaufel und Spitzhacke waren die Grundausrüstung. Eine Säbelsäge brachte den nötigen Schneid in unseren Kampf gegen den Baumstumpf.

Die Werkzeuge.

Und so sind wir dabei vorgegangen. Zunächst haben wir ausgehend vom Baumstumpf entlang der großen Wurzeln gegraben.

Hauptwurzeln freilegen

Immer wenn wir auf eine abzweigende Wurzel gestoßen sind, kam die Säbelsäge zum Einsatz. Dabei habe ich die Wurzeln jeweils mit zwei Schnitten so abgesägt, dass ich eine Spatenbreite Platz hatte, um ungehindert weiter zu graben.

Wir hatten die 700 Watt Version von Bosch im Einsatz (Bosch PSA 700 E). Sie vereint die besten Eigenschaften eines Schlachters und eines Chirurgs: lässt sich sehr präzise handhaben und geht gnadenlos vorwärts.

Den Weg für den Spaten freischneiden.

Ideal ist, dass die Säbelsäge auch direkt ins Erdreich gesteckt werden kann. Das heißt, man muss die Wurzeln nicht komplett freilegen, sondern mit dem Spaten lediglich orten und dann zwei gezielte Schnitte machen.

Säbelsäge im Einsatz.

Graben, sägen, graben, sägen, graben, sägen.

Baumwurzel ausgraben

Um zu prüfen, ob von den Hauptwurzeln noch weitere Wurzeln nach unten abzweigen, kam die Spitzhacke zum Einsatz. Mit ihr habe ich den Stumpf auch etwas unterhöhlt, damit er sich leichter vom Erdreich löst.

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Nach und nach wurden die Baumwurzeln freigelegt und durchtrennt.

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Bis auch die letzte Wurzel besiegt war.

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Baumstumpf? Welcher Baumstumpf?

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Hier noch ein kleiner Eindruck von der Säbelsäge in bewegten Bildern.

Fazit: Baumstumpf eigenhändig ausgraben? Nur mit Säbelsäge!

Würde ich unsere Methode empfehlen? Ja, solange der Stammdurchmesser nicht viel größer ist als 40 cm. Wir hatten es zwar nur mit Flachwurzlern (Blaufichten) zu tun, aber ich würde mich mit unserer Methode durchaus auch an Tiefwurzler heranwagen. Feststeht, wer einen Baumstumpf von Hand ausgraben will, spart mit einer Säbelsäge viel Kraft und Nerven. Bestimmt lässt sich so ein Teil auch irgendwo günstig mieten. Wir haben insgesamt vier Baumstümpfe entfernt und dabei ein Säbelsägeblatt verschlissen (Kosten: etwa 2 bis 5 Euro das Stück).

Ronny Stenzel

Ronny Stenzel, Vertrauensronny für Dresden und Umgebung. Pagoden entspannen mich, Burpees reizen mich. Ich liebe Filterkaffee und Filme (am liebsten gleichzeitig). Ein Mal pro Woche spüre ich mich bei CrossfitDD.

9 Comments

  1. Hallo
    Danke für den Artikel. Ich habe etwas ähnliches vor, ich wollte die oberen 15 cm des Baumstamms unterhalb der Erdschicht im Schachbrett-muster mit dem Säbelsäger einschneiden und dann mit Hammer und Meissel abbrechen.

    Wie lange haben Sie pro Baumstumpf gebraucht? War der Stumpf sehr schwer zum abtransportieren?

    • Hallo Andy,
      danke für Deinen Kommentar.

      Pro Baumstumpf sollte man sich schon einen Vormittag bzw. Nachmittag einplanen sofern man allein arbeitet. Man kann es auf den Bildern auch am Sonnenstand erahnen ;). Zu zweit macht sich das natürlich besser. Der Stammdurchmesser wirkt sich direkt auf die benötigte Zeit aus. Wie beschrieben würde ich von Hand nichts oberhalb von 40cm Durchmesser angehen.

      Den Abtransport haben wir teilweise mit Sackkarre bewältigt und sie damit bis zum PKW-Anhänger transportiert. Man sollte sich voher vorsichtshalber bei der Grünschnittannahme (z.B. Wertstoffhof) erkundigen, ob Baumstämme abgenommen werden – das ist offenbar nicht selbstverständlich. Zwischenzeitlich hatten wir auch einen Minibagger im Garten (Gartenhaus-Abdichtung wurde erneuert), mit dem wir die großen Baumstümpfe abtransportiert haben. Da wir viele Äste und anderes Gesträuch entfernen mussten, hatten wir dazu einen Container bestellt. Tipp: Auch hier sollte man vorher klären, ob Baumstümpfe mit in den Container dürfen.

      Hoffe ich konnte Dir weiterhelfen. Mich würde interessieren, ob das mit dem Schachbrett-Schnitt funktioniert. Man müsste halt am Rand beginnen und mit gleichmäßigem Winkel durchfahren. Bin gespannt! Kannst gern berichten 🙂 Viel Erfolg!

      • Hallo,
        Ich habe jetzt einen Baum (ca 54cm durchmesser) im Schachbrettsystem, Schichte um Schichte abgetragen bis er gleich auf mit dem Boden war. Dafür habe ich an den Rändern den Säbelsäger genutzt und mittig mit einer Tauchsäge gearbeitet. Erst von Oben 3 cm tiefe horizontale Linien im Abstand von 1,5-2cm eingesägt, dann von der Seite mit der Tauchsäge die Blöcke unten losgesägt. Mit Hammer und Meissel die Blöcke rausbrechen hatte ich auch versucht. Ging aber nicht gut. Für den Baumstamm um insgesamt 6 cm runter zu arbeiten, habe ich etwa 3 Stunden benötigt. Die Tauchsäge wurde bei dem Vorgang auch öfters zu heiss und musste dann ein paar Minuten abkühlen. Er wurde nicht rausgenommen weil er in unmittelbarer Nähe der Terrasse liegt, und wir somit ohne grössere Umbauten nicht an die Wurzeln kommen.

        Desweiteren habe ich ihr Prinzip bei 2 Baumstämmen (Kiefern) mit einem Stammdurchmesser von 25-27 cm angewendet, ein dritter steht noch an. Ich muss sagen dass das Prinzip sehr gut funktioniert hat. Nach 2,5 Stunden waren die Stämme draussen. Das schwierige dabei war tief genug zu kommen um die unter dem Stamm liegenden Wurzeln durchzuschneiden. Jetzt steht mir noch eine Tanne von 32cm bevor, dann sind die Stolperfallen alle beseitigt.

        • Hallo Andy,
          freut mich, dass du mit der Methode Säbelsäge die Kiefern entfernen konntest. Ja das tiefe Graben ist anstrengend, dafür spart man jede Menge Kraft und Nerven beim Kappen der Wurzeln.

          Vielen Dank auch für die ausführliche Schilderung der Schachbrettmethode. Gibt es davon Fotos?

  2. Bin von Fach. Wer arbeitlos ist oder Frührenter kann sich eine solche Aktion antun. Gesundheitlichen Beschwerden sind aber vorprogrammiert aufgrund der einseitigen Arbeit. Die Entfernung eines Tiefenwurzelers ist auf diese Weise ausgeschlossen.
    Schredergut ist ideal für die Gartengestaltung/ Düngung.

    • Danke für Ihre Anmerkungen. [Hinweis: Werbung wurde aus dem Kommentar entfernt.]

  3. Noch zur Ergänung

    bei und in der Region werden die Stubben nicht auf den Schnittgut-sammelstellen angenommen, da eingeschlossene Steine die MAschinen beschädigen und der Stock sperrig zu handhaben ist.
    Die Stubben werden dann wie Sondermüll behandelt und müssen dann kostenpflichtig entsorgt ( verbrannt) werden. Auch aus diesem Grund ist es ebenfalls unsinnig so vorzugehen. Die meisten “ Billig- Entsorger“ werfen die ausgegrabenen Stubben nach meiner Erfahrung aus Gründen der “ Gewinnmaximierung“ in den Wald.
    Das Ausfräsen ist und bleibt in diesen Fall die beste Lösung, wenn auch die
    vorgehensweise des Ausgrabens und Einkürzen bildlich und informell sehr gut beschrieben wurde.

  4. Hi,

    gute Beschreibung! Hab seit gestern nen einsamen Stamm im Vorgarten stehen und hab Gleiches vor. Die Säbelsäge will ich mir jetzt anschaffen und bevor ich bestelle wollte ich mal fragen welches Sägeblatt ihr verwendet habt!?

    MfG
    Marco

    • Hi Marco,
      das war eins für „schneller Schnitt“, „Grobholz“, „lebendes Holz“ und „Ausasten“. Unseres war das „Säbelsägeblatt Bosch S 51531 L“ (2er Pack um die 15 Euro) soweit ich das erinnern kann. Empfohlen für diesen Einsatz wird auch das Bosch S 617 K (10 € für das 2er Pack.) Konkret empfehlen würde ich Dir ersteres bzw. eines mit vergleichbarer Zahnteilung: zwischen 4 und 8 mm sollte passen. Kann man sicher auch von anderen Marken kaufen solange es zur Säbelsäge passt und für diesen Zweck gedacht ist.

      Viel Erfolg!

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