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2 Wochen vegan leben: Zwischenbilanz

Im Grunde bin ich mit meiner Ernährungsweise zufrieden. Mein BMI liegt bei 22,8, ich habe ausreichend Energie für 8 Stunden Schreibtischarbeit, zwei CrossFit-Sessions pro Woche und für Aktionen wie die Burpee Challenge.

Warum vegan leben?

Mit dem Experiment vegan wollte ich testen, ob mein energieintensiver Lebensstil auch mit einer rein pflanzlichen Ernährung zu bestreiten ist. Was mich außerdem beschäftigt hat, sind Dinge wie diese:

  • Ist der Mensch dafür gemacht, Fleisch zu essen?
  • Geben Kühe letztlich nicht für nur für Kälber Milch?
  • Legen Hühner ihre Eier nicht eigentlich nur zur eigenen Arterhaltung?

Experiment 2 Wochen vegan leben

Reaktionen aus dem Umfeld

Beinah so interessant wie die vegane Ernährung selbst, sind die Reaktionen aus dem Umfeld. Meist schlug einem eine Mischung aus Geringschätzigkeit und Mitleid entgegen. Einige Menschen zeigten reges Interesse und meinten, sie hätten so etwas auch schon immer versuchen wollen. Andere nahmen an, meine Frau hätte mich nur dazu überredet, es „müsse doch der Horror sein, ob ich nicht doch eine Bratwurst vom Grill wöllte, es würde es auch keiner erfahren“ usw.

Wie ist mein persönliches Fazit nach einer veganen Woche?

1. Vegane Ernährung ist besonders für Einsteiger Stress pur.

Alle Mahlzeiten (inklusive Snacks!) müssen auf den Prüfstand gestellt werden und der Wocheneinkauf muss sorgfältig geplant werden. Und da sind wir noch nicht beim Zubereiten. Veganes Kochen bedeutet, praktisch immer frisch zu kochen. Trotz dass wir seit jeher auf frische Lebensmittel achten und seit 6 Jahren Bio-Esser sind, ist der zusätzliche Aufwand nicht zu unterschätzen. Um satt zu werden, muss tendenziell eine größere Menge zubereitet werden. Das heißt vor allem Gemüse waschen, schneiden, schneiden, schneiden und jeden(!) Tag den Biomüll leeren müssen.

2. Die Energiezufuhr ist kein Problem.

Energie für Kopfarbeit und Sport habe ich mit veganer Ernährung genug. Nudeln, Reis, Kartoffeln, Müsli etc. bieten mehr als ausreichend Kohlenhydrate, um über den Tag zu kommen. In Verbindung mit viel Gemüse, Früchten und Nüssen musste ich auf jeden Fall keinen Hunger leiden. Beim CrossFit konnte ich bislang keinen spürbaren „Leistungsverlust“ feststellen.

3. Mein Blutdruck ist im Keller.

Vom Blutspenden weiß ich, dass mein Blutdruck in Ordnung ist. Seit dem zweiten Tag der veganen Ernährung weiß ich allerdings, wie sich dauerhaft niedriger Blutdruck anfühlt. Es gab Momente, da hat sich die Welt wie Watte angefühlt und teilweise war mir auch für ein zwei Augenblicke etwas schwindelig. Ist das ein Problem? Keine Ahnung, prinzipiell denke ich, es ist besser als zu hoher Blutdruck und da ich mich ansonsten fit und entspannt fühle, wird das schon passen. Einen Einfluss der aktuellen Wetterlage mit großen Temperaturumschwüngen kann ich nicht völlig ausschließen. Ich halte es aber für unwahrscheinlich, dass ich über mehrere Tage ein wetterbedingtes Kreislaufproblem habe – ein Phänomen, das ich bisher gar nicht kannte.

4. Ich habe das Gefühl, mich nicht „ausgewogen“ zu ernähren.

Kohlenhydrate hab ich genug. Beim Thema Fett seh ich auch kein Problem. Da gibt es viele leckere und zugleich gesunde Lebensmittel ohne tierische Bestandteile. Avocado beispielsweise gehört auch bisher schon zu meinen wöchentlichen Standardlebensmitteln. Was die Proteine angeht, seh ich nach einer Woche eher schwarz. In den letzten sieben Tagen habe ich nicht wirklich darauf geachtet, besonders eiweißhaltige, vegane Lebensmittel zu essen. Und mein Körpergefühl sagt mir: Dir fehlt was.

Vegane Ernährung - eine echte Alternative?

Weitere 7 Tage vegane Ernährung

Die neuen Abläufe werden zur Routine und die Planung fällt schon deutlich leichter. Was das Timing und die Vorbereitung der Mahlzeiten angeht, wird die zweite Woche sicher entspannter. Auch stehen keine Geschmacksexperimente mehr an, wie ich sie in der letzten Woche mit Mandelmilch und anderen veganen Lebensmitteln hatte.

Die nächsten Tage werden unter dem Motto stehen: Was sind die besten eiweißhaltigen veganen Lebensmittel? Wie stimmte ich meine vegane Ernährung optimal auf mein Training ab? Und: Was kann ich noch als Veganer lernen, was mir anschließend als „Mischköstler“ (so heißt das wirklich 🙂 ) zu einer noch besseren Ernährung verhilft?

Ronny Stenzel

Ronny Stenzel, Vertrauensronny für Dresden und Umgebung. Pagoden entspannen mich, Burpees reizen mich. Ich liebe Filterkaffee und Filme (am liebsten gleichzeitig). Ein Mal pro Woche spüre ich mich bei CrossfitDD.

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